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Die 5 beliebtesten Autos der oberen Mittelklasse in Deutschland - und der Rest

Mathias Keiber

16 Jan. 2021

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Das Segment zwischen Mittelklasse und Oberklasse ist in Stückzahlen eines der kleinsten. Konkurrenz besteht im Prinzip nur zwischen drei Marken. Doch für dieses Trio ist die obere Mittelklasse so wichtig wie das "täglich Brot". Und daran wird sich auf absehbare Zeit auch nichts ändern.

1. Mercedes-Benz E-Klasse

Mit ihrem Facelift hat sich die E-Klasse e-ndgültig e-manzipiert – von analogen Instrumenten jedenfalls. „Touchpad ist Trumpf“ lautet die Devise. Schade, denn kein berührungsempfindlicher Slider wird jemals die haptische Rückmeldung eines mechanischen Schalters ersetzen können, von der Präzision mal ganz zu schweigen. „Touchen“ kostet unnötige Aufmerksamkeit und das ist nicht gut. Gut ist die E-Klasse ansonsten aber selbstredend, sehr gut sogar. Und das goutieren auch die Käufer: Letztes Jahr gab es dieser in Deutschland 33.265. Zu haben ist die Limousine ab 49.178 Euro, der Kombi ab 52.063 Euro.

(Fotos: Mercedes-Benz)


2. Audi A6

Der A6 verkörpert den Markenkern von Audi geradezu perfekt: In Sachen Verarbeitung und Qualität haben sich die „Vier Ringe“ mal wieder „Sechs Sterne“ verdient. Vom Raumgefühl her fühlt man sich schon fast wie in einem A8. In Innenstädten kann es derweil schon mal eng werden: Mit einer Spiegelspannweite von 2,11 Metern kann der Wunsch nach Flügeln innerorts schonmal aufkommen – wobei das Flugtaxi-Projekt von Audi ja mittlerweile abgestürzt und begraben ist. Doch das ist eine andere Geschichte. 31.400 Käufer entschieden sich 2020 in Deutschland für den feinen A6. Wer sich aktuell für das Modell entscheidet, zahlt für die Limousine ab 48.090 Euro, für den Kombi sind mindestens 50.590 Euro fällig.

(Fotos: Audi)


3. BMW 5er

Die obere Mitteklasse ist was für geschäftliche Langstreckenfahrer. Und wer auf endlosen Autobahnen einen gewissen Spaßfaktor zu schätzen weiß, der ist mit keinem Auto dieser Klasse freudiger unterwegs als mit dem mildhybridisierten Reihensechszylinder des 540i. In der Einstiegsversion ist der natürlich nicht verbaut. Doch auch mit vier in Reihe stehenden Zylindern schlägt der 5er seinen Erzrivalen aus Stuttgart und Ingolstadt ein Schnippchen. Ein Schnäppchen ist natürlich keines der drei Fahrzeuge, Premium „made in Germany“ hat seinen Preis. Beim BMW sind es für die 5er-Limousine mindestens 49.100 Euro, der Kombi startet bei 51.300 Euro. Während zwischen die drei Premium-Platzhirsche preislich also nur ein paar Blatt Geldscheinpapier passen, musste der 5er auf dem Heimatmarkt abermals etwas abreißen lassen. 26.340 Neuzulassungen registrierte das KBA 2020.

(Fotos: BMW)


4. Volkswagen Arteon

Bisher ist sie noch nicht so ganz geglückt, die Attacke der VW-Kernmarke in der oberen Mittelklasse. Mehr als Platz vier ist in der Bundesrepublik zwar für keine Marke drin, die nicht Audi, BMW oder Mercedes-Benz heißt. Doch konnte der Arteon trotz der zum Facelift vergangenen Sommer hinzugekommenen Shooting-Brake-Variante prozentual keinen Abstand auf die „Big 3“ gutmachen. Zum Jahresende waren es 5191 Neuzulassungen. Damit war es auf dem Heimatmarkt das absatzschwächste VW-Modell überhaupt. Im Prinzip schade, denn der Arteon beweist, dass Volkswagen durchaus Premium-fähig ist. Doch beweist er auch: Allzu viele Autokäufer gibt es hierzulande nicht, die mindestens 45.000 Euro für einen Volkswagen auszugeben bereit sind.

(Foto: Volkswagen)


5. Volvo S90 / Volvo V90

Was sich oberhalb der Mittelklasse abspielt, ist so etwas wie die Königsdisziplin des Autobaus – und der Endgegner ist Deutschland. Nirgendwo sonst ist das Segment schwerer zu knacken. Import-Marken haben im Prinzip keine Chance. Dass es Volvo dennoch gelingt, mit seiner 90er-Baureihe im Pandemiejahr 3.396 Exemplare zu verkaufen und damit mehr als 3 Prozent Marktanteil im Segment zu holen, ist ein beachtlicher Erfolg. Zum Vergleich: Der Jaguar XF ist prozentual weiter hinter dem Volvo-Flaggschiff, als dieses prozentual hinter der E-Klasse ist. Irgendetwas müssen die Schweden also richtig machen. Was, das sieht man auf ersten Blick: Das Außendesign ist ein automobiler Augenschmaus! Dass die Limousine mit 57.800 Euro preislich höher startet als der Kombi mit 50.300 Euro, liegt am Antrieb: Den S90 gibt es nur noch als Plugin-Hybriden, den V90 hingegen auch noch als Verbrenner.

(Fotos: Volvo)


6. Unter ferner liefen

Alle anderen Autos im Segment der oberen Mittelklasse sind anteilsmäßig kaum mehr als statistische Anomalien. Mit dem Toyota Camry (545 Neuzulassungen / ab 39.900 Euro), dem Jaguar XF (309 / ab 51.200 Euro) und dem Lexus ES (187 / ab 49.400 Euro) listet das Kraftfahrtbundesamt nur drei weitere Modelle. Wie schwer die obere Mittelklasse in Deutschland für Import-Marken zu knacken ist, zeigt sich im Vergleich mit den USA: Dort ist der Camry seit Jahren die meistverkaufte Limousine überhaupt (294.348 in 2020) und der Lexus ES (43.292 in 2020) in etwa doppelt so populär wie E-Klasse (19.187 in 2020), 5er (26.785) und A6 (10.535). Der Jaguar XF hingegen spielt auch in den Staaten keine echte Rolle.

Mathias Keiber

16 Jan. 2021