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Formel 1: Aston Martin greift mit Vettel die Spitze an

Frederik Hackbarth

05 Jan. 2021

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Ein traditionsreicher Name ist zurück in der Königsklasse des Motorsports: aus dem Racing-Point-Rennstall wird 2021 Aston Martin.

(Grafik/Foto: Aston Martin/Racing Point)

Racing Point konnte 2020 durch Sergio Perez den ersten Sieg feiern


Der britische Autobauer Aston Martin kehrt nach über 60 Jahren unter der Schirmherrschaft von Milliardär und Aston-Martin-Großaktionär Lawrence Stroll zurück auf die große Motorsportbühne. Strolls Sohn Lance bleibt dem Team als Fahrer erhalten, als zweiter Pilot wurde mit Sebastian Vettel ein prominenter Neuzugang verpflichtet.


Der vierfache Weltmeister kommt von Ferrari und soll Aston Martin mit seiner Erfahrung weiter in Richtung Spitze führen. Für Vettel ist der Wechsel beim aktuellen Kräftegleichgewicht der Rennställe tatsächlich ein großer Aufstieg: während die Scuderia droht, im Mittelmaß zu versinken, hat Racing Point 2019 den Anschluss zu den Top-Teams hergestellt und durch Sergio Perez beim Sakhir GP sogar einen Sieg gefeiert.


Nicht nur für das Team ein wertvoller Erfolg, sondern auch für den Mexikaner, der damit - nach seiner Ausbootung bei Aston Martin zu Gunsten Vettels - trotzdem seine eigene Zukunft sichern konnte. Perez wechselt zu Red Bull und ersetzt dort den glücklosen Alex Albon, der 2021 auf die Ersatzbank muss, nachdem er Team-Leader Max Verstappen nie das Wasser reichen konnte.


Gut möglich, dass Perez in der neuen Saison dann mit Nachfolger Vettel um die Podestplätze kämpft. Die große Regelreform in der F1 wurde durch die Corona-Pandemie um ein Jahr nach hinten auf 2022 verschoben. Dieses Jahr werden sich die Autos daher kaum ändern, es wird sich lediglich um eine Evolution der 2020er Boliden handeln. An Mercedes' Übermacht dürfte damit weiter nicht zu rütteln sein, Lewis Hamilton kann den Schampus für seinen 8. WM-Titel eigentlich schon mal kalt stellen.


Spannend wird dahinter aber der Kampf um die Plätze zwei bis vier und die Frage, ob Vettel seinem neuen Arbeitgeber wirklich auf Anhieb weiterhelfen kann. Denn neben Red Bull und Aston Martin ist auch der Überraschungs-Dritte der vergangenen Team-WM, McLaren, nicht zu unterschätzen. Mit Daniel Ricciardo hat sich der Traditionsrennstall für 2021 einen der besten Fahrer im ganzen Feld gesichert.


Gleiches galt zumindest bis zu seinem F1-Rücktritt vor drei Jahren auch für Fernando Alonso. Der Spanier feiert nun sein Comeback und beerbt bei Renault Ricciardo. Ob der Doppelweltmeister der Jahre 2005 und 2006 allerdings noch einmal zu alter Form zurückfindet, bleibt abzuwarten. Gedanken werden wach an Michael Schumachers unterm Strich dann doch eher missglücktes Mercedes-Comeback in den Jahren 2010 bis 2012.


An Schumachers erster Rente bei Ferrari 2006 hatte ausgerechnet Alonso seinen Anteil, der dem Kerpener damals den Titel wegschnappte und damit die Wachablösung durch eine neue Fahrergeneration einläutete. Nun dreht sich die Geschichte um. Denn während Alonso als Altmeister mit 39 Jahren die Rückkehr wagt, steigt Michael Schumachers Sohn Mick 2021 in der Formel 1 ein. Nach seinem Formel-2-Titel debütiert der 21-jährige Deutsche für das Haas-Team beim Auftakt der Königsklasse.


Wo dieser erste Formel-1-Grand-Prix 2021 aber steigt, das steht aktuell noch in den Sternen. Unlängst machten hartnäckig Gerüchte die Runde, dass der Auftakt im australischen Melbourne angesichts der nach wie vor angespannten Corona-Lage verschoben werden muss. Bei einem Stadtrennen wie dem im Albert Park, mitten in einer Millionenmetropole, ist die Umsetzung und Planbarkeit dieser Tage deutlich schwieriger als in der menschenleeren Wüste von Bahrain, wo der Auftakt 2021 Ende März wahrscheinlich über die Bühne gehen wird.

Frederik Hackbarth

05 Jan. 2021